Wie Sie gute IT (Sicherheits-)Dienstleister finden

Die Pandemie als Digitalisierungs-Beschleuniger, weltweiter Fachkräftemangel im IT Bereich und die Möglichkeit mit Technik-Fähigkeiten ortsunabhängig zu arbeiten. Nur einige der Faktoren die dazu führen, dass immer mehr Administratoren, Programmierer und Berater von überall aus arbeiten – und Unternehmen gleichzeitig immer weniger Experten zur Festanstellung finden und sich nach Agenturen und Freelancern umschauen müssen.

Doch wo finden Sie zuverlässige IT Unterstützung und bei welchen Anzeichen sollten Ihre Alarmglocken angehen?

Gerade im deutsch-sprachigen Raum ist es gar nicht so einfach, kompetente technische Unterstützung zu finden. Viele traditionelle Quellen wie etwa die Gelben Seiten können bei spezifischeren Anfragen nicht weiterhelfen und Suchmaschinen wie Google zeigen wiederum viel zu viele Ergebnisse an. Auch wer eigentlich lokale Ansprechpartner sucht, die auch mal schnell im Büro oder Home Office vorbeikommen können, landet oft bei größeren Unternehmen aus anderen Regionen. Nur die Werbeanzeigen wurden lokalisiert.

Außerdem ist „IT“ nicht gleich „IT“ und auch für Spezialbereiche wie IT Sicherheit gibt es noch einmal zahlreiche Spezifikationen und Unterkategorien.

Wen brauchen Sie überhaupt?

  1. Grundsätzlich sollte jedes Unternehmen, das keine eigene IT Abteilung hat, mit einer/m IT Administrator/in oder einem IT Systemhaus Zusammenarbeit. Der/ die jeweiligen Ansprechpartner unterstützen bei der IT Architektur, dem Aufsetzen von neuen Geräten und Software-Lösungen und erstellen im besten Fall auch eine strukturierte Dokumentation der gesamten Infrastruktur.

  1. Betreibt Ihr Unternehmen eine Websites, einen Online-Shop und/ oder Branchen-spezifische Systeme, sollten Sie genau prüfen, ob 1. auch hier weiterhelfen kann, oder es nicht zielführender ist einen oder mehrere zusätzliche spezialisierte Dienstleister zu suchen.

  1. Häufig setzen Kunden voraus, dass sich 1. und 2. auch automatisch mit Datenschutz- und IT Sicherheits-Standards auseinandersetzen, ihre Mitarbeiter schulen, die Systeme entsprechend sicher aufsetzen und in Notfällen rund um die Uhr erreichbar sind. In der Realität ist das leider oft nicht der Fall. Zudem kann es sinnvoll sein, zu Themen rund um Daten- und Risiko-Management eine zweite Meinung einzuholen oder mit Hilfe externer Berater die Gesamt-Strategie up to date zu halten.

Was Dienstleister nicht gerne zugeben

Besonders in der aktuellen Zeit haben die Erfolgsstories auf Websites und in sozialen Medien häufig wenig mit der realen Auftragslage zu tun. Zudem nimmt nicht jedes Unternehmen die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter allzu ernst, solange sich noch irgendwelche Services verkaufen lassen. Dadurch und durch den auch für spezialisierte Anbieter bestehenden Fachkräfte-Mangel, ist die jeweilige Expertise eines Teams oft nicht allzu klar.

Auch habe ich schon Angebote gesehen, die ganz bewusst weit unter Marktpreis angesetzt waren – um ja den Aufrag zu bekommen. Solche Angebote sind dann häufig auf ein sogenanntes Upselling angelegt. Es fehlen also zum Beispiel bei der Website-Erstellung für den Kunden wichtige Funktionen und die langfristige Betreuung. So entstehen automatisch weitere Beauftragungen und Zusatzkosten.

Ein seriöses Angebot kann auch nur abgeben, wer die Mitarbeiter zur Umsetzung des Projekts bereits kennt. In den letzten Jahren hat sich die Unart verbreitet, Sub-sub-sub-Aufträge zu vergeben. Dabei gibt sich ein „Business Development Manager“ als Ansprechpartner oder Sales-Kontakt einer Agentur aus. Diese besteht im Endeffekt aber nicht aus einem festen Team, sondern bei Auftragserteilung werden auf einschlägigen Websites einzelne Freelancer zusammen gesucht. Diese leben häufig in Niedriglohn-Ländern, haben noch nie als Team zusammen gearbeitet und sowohl Expertise als auch Arbeitserfahrung sind nicht nachvollziehbar. Gleiches gilt für den Verbleib von Kundendaten. Denn das Modell lässt sich beliebig fortsetzen. Bis niemand mehr weiß, wer die eigentliche Arbeitet leistet und verantwortlich ist.

Ist ein Dienstleister besonders eifrig dabei, die Software-Lösungen nur eines bestimmten Anbieters zu verkaufen, sollten Sie auch stutzig werden. Hier fließen oft im Hintergrund Provisions-Zahlungen. Da geht es dann nicht in erster Linie darum, was für Ihr Unternehmen passt, sondern wie sich der Auftrag quasi doppelt auszahlt. Besonders ärgerlich sind solche Modelle in den Bereichen IT Architektur und Infrastruktur, wenn etwa überdimensionierte oder veraltete Systeme verkauft werden. Denn sind erst einmal alle daten umgezogen, kommt Ihr Unternehmen da nur mit doppeltem Aufwand uns zusätzlichen Kosten wieder raus.

Hat der Kunde einmal angebissen, versuchen viele Dienstleister ihn möglichst lange an sich zu binden. Das funktioniert zum Beispiel, indem Software-Verträge nicht zwischen Kunde und Anbieter geschlossen werden, sondern zwischen Dienstleister und Anbieter. Früher war es noch üblicher, sogenannte Agentur-Lösungen einzusetzen, bei denen Dienstleister etwa einen Gesamt-Überblick über ihr Portfolio an Kunden-Websites hatten. Wollte der Kunde nur eine kleine Textpassage oder ein Bild ändern, musste er sich immer an die Agentur wenden – und bekam eine zusätzliche Rechnung.

Wie Sie zuverlässige Partner finden

Egal für welche technische Herausforderung Sie einen passenden Dienstleister suchen, Sie werden zahlreiche finden.

Nehmen Sie sich die Zeit für eine Recherche und kontaktieren Sie mehrere Firmen für eine Aufgabe. Auf den jeweiligen Websites werden Sie Vorzeige-Kunden und Bewertungen finden. Diese Testimonials sind nicht immer echt. Gehen Sie lieber auf Nummer sicher und fragen Sie nach Beipiel-Kunden und Projekt-Berichten. Besonders, wenn es um die Top3 Aufgaben vom Anfang dieses Artikels geht, können Sie auch Geschäftspartner aus Ihrer Branche fragen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass diese bereits passende Dienstleister gefunden haben – oder Sie gemeinsam suchen können.

Sobald Sie passende Kontakte haben, vereinbaren Sie Erstgespräche und bestehen Sie darauf, dass diese bei größeren Vorhaben nicht nur mit einem Sales-Mitarbeiter sondern mit Projekt-Beteiligten oder der Geschäftsführung stattfinden.

In einem guten Gespräch sollte es kurz um die angebotenen Leistungen gehen. Dann können beide Seiten Fragen stellen. Sollte Ihr potentieller zukünftiger Geschäftspartner keine Fragen zu Ihrem Geschäftsmodell, Ihrer IT Infrastruktur und Ihrer geplanten Zusammenarbeit haben, sondern nur stetig betonen, dass man Ihnen auf jeden Fall weiterhelfen kann – beenden Sie den Call!

Hier geht es ums Verkaufen, nicht darum Ihre Probleme zu lösen.

Suchen Sie sich einen Partner, der nicht nur Ihre Situation und Ihr Unternehmen verstehen möchte, sondern auch von Beginn an erklärt, was genau sein Team für Sie umsetzt. Und wenn dort mit Fachvokabular um sich geschmissen wird, bitten Sie um eine weniger technische Erklärung.

Außerdem sollte der Dienstleister in der Lage sein, Ihnen Perspektiven und Optionen aufzuzeigen – gerade bei größeren Projekten. Wie viel kostet es jetzt? Und was sind die jährlichen Kosten auf Dauer, z.B. wenn eine wachsende Zahl an Kunden das digitale Produkt nutzt? Entspricht die favorisierte Umsetzungs-Strategie Ihrem Budget und kann Ihr Team die benötigten Vorarbeiten sowie regelmäßigen Feedback-Prozesse abdecken? Hat der erfahrene Dienstleister eigene Vorschläge, die vielleicht besser zu Ihren Unternehmenszielen passen?

Sprechen Sie auf jeden Fall die langfristigen Bedingungen – von beiden Seiten – für ein erfolgreiches Projekt ab und halten Sie diese schriftlich fest. Bei kleineren Projekten ohne Daten-Transfers in Form von Angeboten oder E-Mails, bei größeren Projekten bestehen Sie auf einen Dienstleister-Vertrag, der auch Datenschutz- und Sicherheits-Standards beinhaltet.

Bald online: CyXperts

Wir wissen, wie schwierig es ist gute Dienstleister und Software-Anbieter zu finden, die Wert auf Datenschutz und IT Sicherheit legen – oder spezifische Services in diesen Bereichen anbieten.

Deshalb arbeiten wir gerade an einer Datenbank, in der wir Ihnen vorausgewählte mögliche Geschäftspartner vorstellen.

Die ersten virtuellen Kaffeerunden mit Partnern aus dem Bereich New Work finden am 25.11.2021 (auf Englisch) und 26.11.2021 (auf Deutsch) statt. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an und erhalten Sie die Meeting-Links.

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