Wie Community funktioniert

Ich glaube, ich habe es schon einmal hier irgendwo geschrieben. Für die, die neu dabei sind: Ich baue online und offline Communities auf seit meiner Teenager Zeit. Die erste war eine Music Community für den Kölner Raum.

Es ging darum, Bands und ihre Fans zu vernetzen und so den Musikern unter anderem eine bessere Stellung gegenüber den Veranstaltern zu verschaffen, die damals selbst von Schülerbands Geld sehen wollten, damit diese auftreten können. Zusätzlich zur Website – damals noch mit viel frequentiertem Gästebuch – und MySpace, hatten wir ein Streetteam. Das waren Fans, die gegen Gästelisten-Plätze draußen auf der Straße Flyer verteilt haben.

Die Community hatte also Vorteile alle Seiten. Eine gute Balance aus Geben und Nehmen.

Diesen Ansatz guter Community Arbeit scheinen viele mittlerweile vergessen zu haben – besonders im Internet.

Da gibt es die, für die Community bedeutet: Ich FAME – du FOLLOWER.

Das hat mit Community nicht viel zu tun. Mit Social Media schon gar nicht. So hat das Fernsehen schon immer funktioniert. Erstaunlicherweise haben aber viele Show- und Fernseh-Promis mittlerweile gelernt, wie sie sich durch Interaktion auch ein zweites Standbein im Internet aufbauen. Während gerade auf B2B Plattformen jetzt Unternehmer anfangen, sich eine Art Fernseh-Fame-Status aufzubauen.

Erkennbar an bunten Posts, null Interaktion mit den Nutzern, keine Antwort auf Nachrichten. Also mehr so eine Karteileiche im Feed, ohne wirkliches Interesse an Kooperation.

…oder die, die ihre Reichweite vor allem damit erzielen und dafür nutzen, sich über andere zu erheben.

Besonders im Bereich Cyber Security finde ich das oft verwerflich. Natürlich macht sich jeder, der eine Sicherheitslücke findet, entsprechende Screenshots. Zur Dokumentation und um vorbereitet zu sein, falls man fälschlicherweise Beschuldigt wird. Aber es gibt es auch eine gewisse moralische Verantwortung, diese nicht zu teilen und damit Firmen an den Pranger zu stellen.

Auch, wenn das bestimmt Klicks bringt.

Und natürlich: Klickbaiting at its best!

Sind wir ehrlich, wir wissen alle, dass reißerische Headlines, Stories mit Spannungsbogen (in Redaktionen gerne: „Fallhöhe“ genannt) und fragwürdigen Inhalten Klicks bringen.

Ob sich damit eine funktionierende Community bauen lässt, ist aber mehr als fragwürdig.

Communities funktionieren auf Augenhöhe, nicht durch Fallhöhe. Was bringt der Klick in der Statistik, wenn niemand Lust hat, die Inhalte auch wirklich langfristig zu verfolgen und durch eigene Anmerkungen für Interaktion zu sorgen?

Ich würde sagen: Für mehr Kooperation und weniger Dumpfbacken-Gehabe!

Da hat dann auch jeder etwas von (siehe Beispiel oben).

Alle, die noch nicht Teil meiner Tech/ Cyber Security B2B Community sind, lade ich herzlich ein. Auf Linkedin gibt es alles rund ums Business, auf Facebook Infos zu Datenschutz und IT Sicherheit und auf Instagram die ungeschönte Wahrheit hinter dem Business Wahnsinn. Bis bald!