Spyware auf dem Smartphone und wie man sie findet

Während IT Sicherheit im normalen Alltag bei den meisten Menschen in der Mottenkiste mit den trockenen Themen – vielleicht gleich neben Vorsorge-Untersuchungen und Steuererklärungen – schlummert, taucht das Thema schlagartig auf, sobald z.B. das Smartphone auf komische Art und Weise mal nicht so funktionieren, wie sie es eigentlich tun sollten.
Dann drängen sich Frage auf wie: Was ist mit meinen Daten? Sind die noch sicher? Spioniert mich jemand aus?
Tatsächlich gibt es mittlerweile unglaublich viele Anbieter für Spyware. Eltern nutzen die Apps, um den Medienkonsum ihrer Kinder zu beobachten. Unternehmen spionieren Mitarbeiter aus, Partner sich gegenseitig. Grundsätzlich ist dieses Vorgehen illegal. Allerdings ist die Handhabe der Spionage Apps auch ohne IT Kenntnisse möglich und eine spontane Abhör-Aktion einfach einzurichten – besonders, wenn der „Angreifer“ direkten Zugriff auf das Gerät hat.
Das schließt (leider) auch Familie, Kollegen und Freunde ein.
Zu Fuß statt automatisch
Es ist daher empfehlenswert, seine Daten nur auf Geräte zu laden, die man selber aus der versiegelten Verpackung genommen und zu Fuß – manuell – eingerichtet hat. Das kostet ein bisschen mehr Zeit, als z.B. die direkte Übertragung vom alten Smartphone oder ungefiltert aus der entsprechenden Cloud zu nutzen. Ein neues Gerät ist aber auch eine gute Gelegenheit, um sich einmal ausführlich mit den eigenen Daten (und Accounts) auseinander zu setzen.
Es lohnt sich auch, in den Einstellungen vorbei zu schauen und dort die Berechtigungs-Vergabe für die verschiedenen Anwendungen zu prüfen. Hier sollten so wenige Apps wie möglich Zugriff haben – und wenn, dann nur solche, die dem Telefonbesitzer bekannt sind.
Richtet man sein Telefon nicht selber ein, macht man es unliebsamen Mithörern und -Lesern einfach. Nicht nur auf Android Smartphones, auch auf dem iPhone lässt sich mit Hilfe eines kleinen Workarounds auf den ersten Blick unsichtbare Spionage-Software installieren. Auch gängige Sicherheits-Apps zeigen diese nicht unbedingt an.
Vorsicht! Sicherheits-App ist nicht gleich Sicherheits-App!
Jede hat einen anderen Schwerpunkt und ein anderes Funktions-Spektrum. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Angeboten. Neben Apps, die direkt vom Smartphone Hersteller oder Netzanbieter vorinstalliert wurden, gibt es massig kostenlose Angebote und von eigentlich jedem bekannten Sicherheits-Software Anbieter auch kostenpflichtige Versionen. Für den Endnutzer ist es extrem schwierig da durchzublicken und zum richtigen Zeitpunkt das richtige Angebot zu finden.
Mein Tipp: Darauf achten, dass eine App Downloads und Datenflüsse scannt und Verdächtiges sichtbar macht, aber nicht in die Geräte-Funktionen eingreift. Schlägt die App Alarm, am besten gleich einen Screenshot oder ein Foto vom Screen mit einem anderen Gerät machen, um den möglichen Vorfall lückenlos zu dokumentieren.
Spyware-Hinweise finden auf Android Telefonen:
Mit Apps wie z.B. „Privacy Scanner“ suchen gezielt nach Spyware und geben auch einen Überblick über vergebene Berechtigungen.
Spyware-Hinweise auf dem iPhone:
Ist z.B. die App „Cydia“ installiert, wurde bei dem Telefon ein sogenannter Jailbreak vorgenommen. Damit lassen sich mehr Anwendungen auf dem Gerät installieren, als von Apple geplant und zugelassen.
Tauchen tatsächlich Hinweise auf Spyware auf, sollten Endnutzer erst einmal alles so lassen und sich an eine entsprechende Stelle wenden. Das kann die Polizei sein, oder die IT Abteilung des Arbeitgebers (falls der nicht dahinter vermutet wird). Da heißt es, das Notfall-Handy aus dem Schrank holen, oder schnell eins besorgen und dann mit dem Punkt „zu Fuß einrichten“ weitermachen.