Gründerin & Unternehmerin sein: Was ich gerne vorher gewusst hätte…

Es ist Freitagabend. Ich sitze mit meinem Laptop und einem Entspannungs-Tee in einer Hotel-Lobby in Berlin Friedrichshain. Ich könnte (oder sollte?) eigentlich Elektrotechnik lernen [#Zweit-Studium, siehe YouTube]. Ich habe mich aber spontan dazu entschlossen, eine neue Themenreihe auf diesem Blog zu starten. Es würde sich sicher auch gut als Buch machen – und Buch schreiben macht ja gerade jeder – aber ich mag das Internet, meine Community und den Austausch, den vor allem kontroverse Beiträge hier erzeugen.

 

Worum geht’s?

Als ich 2016 mein erstes Unternehmen gegründet habe, wusste ich nicht viel vom Gründen und Unternehmerin sein. Ich habe mich informiert, weitergebildet, umgeschaut. Und mit der Zeit gelernt, dass einem nicht mal die halbe Geschichte erzählt wird. Aus Angst, dann doch noch weniger Gründer in Deutschland zu haben – oder weil verzweifelte Stunden auf Instagram halt scheiße aussehen? Ich weiß es nicht. Aber ich finde, es ist an der Zeit etwas daran zu ändern.

 

Die Anfänge

Eigentlich wollte ich nicht gründen, bevor ich nicht meinen 30. Geburtstag gefeiert habe. Dann haben in meinem letzten Job als Angestellte im Asset Management einer kanadischen Bank viele Dinge nicht gepasst – Running Gag: unter anderem der fehlende Wille zur Veränderung und die IT Infrastruktur. Unbefristeter Arbeitsvertrag, private Rentenzusatzversicherung und das Büro am besten Platz Münchens bzw. Londons haben mich nicht von der Kündigung abhalten können.

Obwohl ich mich da schon lange mit dem Thema Gründung und meiner Idee befasst und unter anderem bei der IHK München ein wirklich empfehlenswertes Gründer-Seminar besucht hatte, war ich noch unsicher.

Mir war von Anfang an klar, dass ich Unternehmen dabei unterstützen möchte, mit den technischen und sozialen Herausforderungen rund um die Digitale Transformation besser klar zu kommen. Ich hatte ja selbst schon zu oft miterlebt, wie frustrierend die Arbeit mit veralteter Infrastruktur und nach dem Motto „das haben wir schon immer gemacht“ sein kann. Mein Umzug nach Berlin war aber von Gründungsvorbereitungen und Bewerbungen begleitet.

Die Job Interviews waren dann teilweise so obskur, dass ich diesen Weg schnell wieder verworfen habe. Wenn ich für einen Arbeitgeber fünf Jobs gleichzeitig erledigen soll, kann ich das gleich für mein eigenes Unternehmen tun, war schnell mein Eindruck.

Auch wenn heute nicht jeden Tag rosarote Dollar-Scheine von der Decke hängen (mit passender Hintergrundmusik, versteht sich), bin ich für diese Situtation und viele andere im Nachhinein doch irgendwie dankbar. Eigentlich für jede herausfordernde Situation – sobald sie wieder überstanden ist.

Bis zu meinem tatsächlichen 30. Geburtstag (und jeden Tag darüber hinaus) konnte und kann ich so Dinge erleben und Erfahrungen sammeln, die ich sonst wahrscheinlich komplett verpasst hätte. Und neben diesen Hindernissen gibt es natürlich die vielen tollen Momente. Begegnungen mit inspirierenden Persönlichkeiten, spannenden Netzwerk-Kontakten und Kunden aus der ganzen Welt.

Darüber werde ich in der nächsten Zeit hier auf dem Blog berichten. Damit andere Gründerinnen einen ehrlichen und ungefilterten Eindruck bekommen können und wissen, was auf sie zukommt.

Bisher habe ich 12 Learnings auf meiner Liste, über die ich schreiben möchte. Weitere Ideen und Fragen werden über die bekannten Kanäle jederzeit gerne entgegen genommen. 😉

Hier geht’s zum aktuellen Stand meiner damaligen Gründungsidee: cdt digital GmbH