Fachkräftemangel im Haus? Vielleicht haben Sie Ihre zukünftigen IT Sicherheits-Expertinnen bereits auf der Gehaltsliste!

Am 05.07.18 durfte ich zum ersten Mal zum Women in IT Security Breakfast Meeting einladen. Unser Gastgeber war die IT Sicherheits-Abteilung der Deutschen Telekom in Bonn. Mit dabei waren spannende Frauen aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet, mit ganz unterschiedlichen Karrieren, aber allesamt mit großem Spaß an den komplexen technischen Themen der IT Sicherheit.

 

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Teilnehmerinnen des 1. Women in IT Security Breakfast Meeting, Bild: Telekom Security

 

Umso mehr hat es mich gefreut, dass unser Gastgeber Dr. Rüdiger Peusquens, der den Bereich Cyber Defense Response der Telekom Security leitet, uns das Security Operations Center gezeigt und einen Einblick in die täglichen Attacken auf das Netz der Deutschen Telekom gegeben hat. Bei seinem Team in Bonn laufen alle Fäden sowie Informationen zu Angriffs-Szenarien zusammen, auch aus den spezialisierten Unterabteilungen im Konzern. Außerdem werden neue Produkte vor Verkaufsstart getestet und Kunden mit Sicherheitsproblemen unterstützt.

Neben den technischen Diskussionen und Einblicken in die Recruiting- und Förderprogramme bei der Telekom, Rohde & Schwarz sowie dem BSI, spielten bei unserem Treffen aber natürlich auch die sozialen Aspekte eine Rolle. Schließlich ist der Anteil von Frauen in technischen Berufen schon gering. Kommt dann noch eine Spezialisierung wie IT Sicherheit hinzu, wird es ganz besonders schwierig, weibliche Ansprechpartner zu finden. Was die genauen Gründe dafür sind, kann man nur vermuten.

So war es besonders spannend zu erfahren, wie die Teilnehmerinnen unserer Runde ihren Weg in diesen speziellen Bereich gefunden haben. Tatsächlich hat es sich bei vielen einfach so ergeben. Eine hat sich seit dem Studium mit Computer-Netzwerken beschäftigt, die andere hat ein Biologie-Studium abgebrochen und ist so zur Informatik und später zur IT Sicherheit gekommen. Bei wieder anderen hat sich das Interesse aus der täglichen Arbeit heraus entwickelt, etwa im technischen Support oder durch die Beschäftigung mit Datenschutzvorgaben. Einen klaren Karriere-Weg zum Nachmachen gibt es also nicht.

Und was wünschen sich Abteilungsleiter? „Ein naturwissenschaftliches Studium ist eine gute Grundlage“, beschreibt Peusquens, der selber Physiker ist. Wer diese Grundlage mitbringt und sich für komplexe technische Herausforderungen interessiert, wird mittlerweile von vielen Unternehmen mit Kusshand genommen und häufig auch aufwändig gefördert. Verschiedene Teilnehmerinnen berichteten uns von ihren Erfahrungen mit solchen Programmen. Neben der technischen Weiterbildung und Zertifizierung spielt der Ausbau der eigenen Soft Skills dabei eine große Rolle. Aber auch der Umgang mit herausfordernden Situationen wird trainiert – als Vorbereitung auf zukünftige Führungspositionen.

„Je höher man kommt, desto mehr kann man selber bestimmen.“, fasst es Petra Rühl, SVP Product Management & Innovation Telekom Security zusammen und beschreibt, dass sie als Führungskraft den Vorteil hat, Meetings weitestgehend selber festzulegen, was zum Beispiel die Vereinbarkeit mit dem Familienleben vereinfacht. Außerdem könne man viel mehr mitgestalten. Trotzdem ergreifen Frauen Chancen auf Führungspositionen seltener als Männer.

Während unserer Diskussion, wie man Frauen motivieren kann, sich auf unbekanntes Terrain und in die Führungsebene vorzuwagen wurde klar, dass es meist nicht an der fachlichen Expertise mangelt und auch eine Quote keine Garantie zum Erfolg ist. Stolpersteine können befristete Arbeitsverträge sein, aber auch persönliche Unsicherheiten. Umso mehr spielt eine Unternehmenskultur eine Rolle, bei der etablierte Führungskräfte über den Wert von diversen Teams wissen und Frauen – aber auch Männer – aktiv fördern und bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben unterstützen.

Das ist je nach Position, etwa bei Personalmangel im IT Bereich und Drei-Schicht-Dienst im Security Operations Center, mal mehr und mal weniger möglich. Unternehmen und Vorgesetzte tun sich aber einen Gefallen, hier wenn nötig individuelle Lösungen zu finden. Denn wie unsere Teilnehmerinnen berichtet haben, profitieren sowohl Kollegen als auch Kunden von gemischten Teams, in denen jeder andere Perspektiven und Stärken einbringen kann.

Vielen Dank an die Telekom Security und alle Teilnehmerinnen dieses ersten Events. Eine Fortsetzung in weiteren deutschen Städten sowie der Aufbau eines entsprechenden Netzwerks ist geplant. Ich freue mich jederzeit über Nachrichten von Expertinnen, Interessentinnen und möglichen Gastgebern.