Das Kreuz mit der Kommunikation in einer digitalen Welt

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie an Digitale Transformation und Kommunikation denken? Die meisten meiner Kunden und Leser fühlen sich eher unwohl. Überall poppt etwas auf, Informationen und besonders E-Mails fließen in einem unaufhaltsamen Strom in die eigene Inbox. Messenger und Plattform Anfragen wollen beantwortet, Social Media Kanäle aufgesetzt und gepflegt werden. Nebenbei müssen immer mehr Mitarbeiter auch noch zahlreiche Datenbanken füttern. So manch einer ist schlichtweg überfordert.

 

Business partnership meeting. Picture businessmans handshake. Successful businessmen handshaking after good deal. Horizontal, blurred background
Bild: Adobe Stock

 

Es muss also Abhilfe her. Nur anstatt sich zu organisieren, einige Kommunikationskanäle ganz bewusst professionell zu nutzen und andere zu schließen (Ja, das ist durchaus möglich und vor allem: effizient), hält die kommunikative Selektion und Prokrastination Einzug. Da werden Nachrichten auf Social Plattformen und E-Mails dann lieber gar nicht beantwortet oder nur „wenn es sich lohnt“. Häufig beschreiben mir Gesprächspartner, dass sie manchmal ganz bewusst Kontakte vermeiden, weil es einfach zu viel wird.

Nun steht diese Haltung der Grundidee der Digitalisierung und des Netzwerkens diametral gegenüber. Wie soll sich jemand ein Netzwerk aufbauen, wenn er nicht erreichbar ist? Oder noch schlimmer, wenn sein Kommunikationsverhalten zu einem Gefühl der Ablehnung bei seinem Gegenüber führt?

Eigentlich bietet die Digitalisierung allerhand Möglichkeiten, neue Kontakte virtuell kennen zu lernen und sich selbst ein spannendes privates und berufliches Netzwerk aufzubauen, sichtbar zu werden und seine Ideen und Überzeugungen mit anderen zu teilen. Allerdings braucht es für die Nutzung dieser Möglichkeiten einen ganzen Baukasten an kommunikativen Fähigkeiten sowie viel Einsatz und Geduld. Die absolute Basis besteht nun einmal darin, auf Nachrichten zu antworten und mit anderen in Kontakt zu kommen.

Lohnt sich das denn überhaupt? In einem meiner Workshops habe ich letztens den Teilnehmern erklärt, wie Geben und Nehmen im digitalen Umfeld funktioniert und man so Zugang zu Kontakten erhält, die wirklich wertvoll sind. Das passiert häufig über eben jene Kontakte, deren „Wert“ sich nicht auf den ersten Blick einschätzen lässt. Generell sollte sich der digitale Netzwerker also von der Idee frei machen, dass jede Art von Kommunikation einen sofortigen Mehrwert erfüllen sollte.

Interessante Netzwerke, die einen Informations-Mehrwert liefern, bestehen nicht aus homogenen Kontakten, sondern aus möglichst unterschiedlichen Persönlichkeiten mit verschiedenen Expertisen. Über ein interessantes Netzwerk ziehen Sie dann auch die Menschen an, die Ihnen einen konkreten Mehrwert bringen – potentielle Kunden. Hüten Sie sich davor, ihr Netzwerk von Anfang an nur mit einer bestimmten Zielgruppe aufzubauen und geben Sie auch Kontakten eine Chance, die einen spannenden Hintergrund haben, Ihnen aber auf den ersten Blick keinen Vorteil verschaffen. Erfolgreiche Netzwerker sind Menschenfreunde!

Für mich als Wissensarbeiter an der Schnittstelle zwischen den sozialen und den technischen Aspekten der Digitalen Transformation, ist es immer wieder spannend zu sehen, wie schnell aus analogen Papierverwaltern digitale Netzwerker und Online-Arbeiter werden, sobald einmal ein Fünkchen Begeisterung geweckt ist. Da sprudeln auf einmal die Ideen und mit einer klaren Strategie wird Netzwerken und Datenbanken befüllen nicht mehr als unliebsame Pflichtaufgabe, sondern als Spaß bei der Arbeit wahrgenommen. Der Weg dahin ist nicht immer einfach. Und oft hinkt die Infrastruktur im Unternehmen noch meilenweit hinterher. Aber den ersten Schritt kann jeder einzelne für sich selber entscheiden, indem er seine Kommunikationskanäle klar definiert und entsprechend pflegt.

Dabei ist wichtig zu beachten: Digitale Transformation bedeutet nicht, dass alles digital sein muss und jeder über jeden Kanal erreichbar sein sollte. Vielmehr bietet sie die Freiheit, passende Digitale Lösungen für die eigenen Anforderungen zu nutzen – oder eben ganz bewusst zu entscheiden, Anwendungen nicht zu nutzen. Wer versucht jeden neuen Messenger und jede neue Plattform im Arbeitsalltag zu bespielen, wird nie wieder zum arbeiten kommen und schnell unter digitaler Überforderung leiden. Wer jedoch erst einmal ausprobiert und dann ganz bewusst entscheidet, welche Kommunikations-Kanäle zur eigenen Strategie passen, zeigt sich ebenso digital, bleibt aber wesentlich entspannter.

Zum Konzept „Kommunikations-Kanäle organisieren“ habe ich ein kleines Mail-Spezial vorbereitet. Kontaktieren Sie mich bei Interesse gerne über einen meiner bekannten Kanäle oder das Kontaktformular auf dieser Seite.

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One thought

  1. Begeisterung und Kommunikation sind, wie bei den meisten Change Prozessen, die Antreiber für digitale Transformation. Interessanterweise sind häufig Mitarbeiter, nach einem kleinen Anstoß, die Treiber der digitalen Transformation von Unternehmen.

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