BLOGPARADE #Digitalisierung: Was passiert da gerade eigentlich?

Alleine das Wort Digitalisierung löst bei vielen Menschen ganz unterschiedliche Emotionen aus. Diese sind meist abhängig vom Alter, der Einstellung zur Technologie und dem eigenen täglichen Umfeld. So wie letztens, als bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Digitale Zukunft fünf Experten unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Branchen plötzlich anfingen, sämtliche Aspekte der Digitalisierung zusammen zu würfeln und anschließend vor dem Verlust unserer sozialen und politischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte zu warnen. Ein guter Anlass, das Buzzword der Stunde einmal aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und herauszufinden, welche Rolle wir Menschen im Digitalen Zeitalter einnehmen werden.

Aus technischer Sicht bedeutet Digitalisierung, das wir die Errungenschaften seit der Verbreitung des Personal Computers in den 70er Jahren ganz selbstverständlich nutzen, um analoge Quellen und wiederkehrende Prozesse zu digitalisieren und uns
dadurch die Arbeit und unseren Alltag enorm zu vereinfachen. Die entsprechenden Annehmlichkeiten wissen wir alle zu schätzen. Die Geschwindigkeit, mit der sich Hardware, Software und Spielregeln in diesem Bereich erneuern, bereitet einigen Anwendern Unbehagen. Besonders, wenn es um die eigenen persönlichen Daten geht.

Als Gesellschaft nehmen wir diese Veränderung ebenfalls wahr. Besonders auffällig verändert hat sich durch die Digitalisierung unsere Art zu kommunizieren und mit Menschen in Kontakt zu bleiben. Auch lassen sich Dinge, die vorher viel Zeit und Mühe gekostet haben, nun einfach und schnell online erledigen. Unsere Gesellschaft als Ganzes wird also langsam immer digitaler. Hier ist es besonders wichtig, alle Gruppen innerhalb unserer Gesellschaft mitzunehmen und einzubeziehen. Das ist momentan leider noch nicht der Fall – begründet in unserem Schulsystem aber auch aufgrund dessen, dass stetige Weiterbildung als Lebenseinstellung bei uns kein gesellschaftlicher Konsens ist.

Welche Auswirkungen die Digitalisierung auf politische Entscheidungen hat, wird aktuell besonders rege diskutiert. Es stellt sich die Frage, ob Maschinen Meinungen vorgeben können, um so eine breite Masse an Menschen zu beeinflussen, ohne dass diese es merken. Ein großer Knackpunkt ist hier neben der reinen Medienkompetenz, bei der es darum geht, Inhalt, Medium und Intention des Autors in den Kontext zu setzen, vor allem die Datenkompetenz – eine Disziplin, die leider an Schulen noch nicht gelehrt wird. Dabei wäre es so wichtig, dass der mündige Bürger weiß, welche Daten und Metadaten er aussendet, was diese über ihn erzählen und welche Reaktionen sich darauf zurückführen lassen.

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Doch nicht nur die Politik, besonders Unternehmen stehen im Zuge der Digitalisierung vor einer großen Herausforderung. Durch die Digitalisierung haben sich die Spielregeln am Markt radikal verändert. Junge digitale Startups laufen langjährigen Marktführern den Rang ab. Etablierte Unternehmen geraten auf einmal unter Zugzwang. Sie müssen eine Digitale Transformation starten. Hierbei kommen das eigene Geschäftsmodell sowie sämtliche Unternehmensprozesse auf den Prüfstand. Im Gegensatz zu „Das haben wir immer schon so gemacht!“ stellt sich die Frage „Ist das so noch zeitgemäß und vor allem zukunftsfähig?“ Eine solche Transformation gelingt nur, wenn die Führungsebene sich vollständig dazu verpflichtet und mit gutem Beispiel vorangeht. Dann lassen sich bemerkenswerte Erfolge erzielen. Vorher kommt jedoch die Schmerzphase, zu der nur wenige Manager bereit sind. Viele Unternehmen, die wir heute kennen und schätzen, wird es also in Zukunft nicht mehr geben.

Sie sehen schon: Alle vier genannten Bereiche haben direkte Auswirkungen auf das Leben eines jeden Einzelnen – als Teil der Gesellschaft, als Bürger und als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber. Es gilt, sich Gedanken zu machen, wie man sich selber positionieren kann, um mit dem technischen Fortschritt und sich stetig verändernden Rahmenbedingungen Schritt zu halten. Gleichzeitig bieten sich viele neue Möglichkeiten, Arbeit angenehmer zu gestalten. Arbeiten von Zuhause oder unterwegs, wird durch den technischen Fortschritt und die damit einhergehende Digitalisierung immer einfacher und ist mittlerweile bei vielen Führungskräften akzeptiert. Die Berufsgruppe der digitalen Wissensarbeiter konnte so überhaupt nur entstehen.

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Ich halte dabei gar nichts von dem pauschalen Angst-Gedanken, Roboter würden uns Menschen die Arbeitsplätze wegnehmen. Vielmehr bin ich davon überzeugt, dass Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen die Möglichkeit gegeben werden muss, die eigenen digitalen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und sich so unersetzbar zu machen. Der Mensch als Arbeitskraft ist nicht nur notwendig für die Steuerungs- und Projekt-Ebene, wenn es darum geht, das Zusammenspiel zwischen Maschinen zu koordinieren und den reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Auch zeigt sich immer mehr, dass Menschen mit besonderen Fähigkeiten oder einer Kombination von besonderen Fähigkeiten, kaum ersetzbar sind. Das gilt nicht nur für typische Studienberufe, sondern gerade auch im Kreativbereich und bei typischen handwerklichen Ausbildungsberufen. Noch dazu, wenn jemand motiviert arbeitet und einen guten Kundenservice leisten.

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Nun habe ich ja aufgrund meiner Arbeit und meines Studiums täglich nicht nur Kontakt mit Informatikern, Technikern und Data Scientists, sondern auch mit Mittelständlern und Startups. Die meisten sind auf der Suche nach motivierten Mitarbeitern – auch außerhalb des technischen Bereichs. Spricht man mit Führungskräften, legen sie vor allem Wert auf Selbstverständlichkeiten wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und das Übernehmen von Verantwortung für die übertragenen Aufgaben.

Stimmt diese Basis und ist jemand dazu bereit, sich neuen Technologien und Arbeitsbedingungen nicht zu versperren, sondern diese anzunehmen und sich selber stetig weiter zu bilden, ist der Mensch im Vorteil gegenüber der Maschine. Vielmehr noch, haben die meisten Projekte in diesem Bereich das Team Mensch & Maschine im Auge, da die Kombination aus menschlichen Fähigkeiten und Maschinen gesteuerten Datenabfragen und Musterberechnungen für viele Bereiche und Branchen sehr vielversprechend ist.

Eine grundsätzliche Angst vor dem Konkurrenzkampf Mensch gegen Maschine sollte also niemand haben. Aber man sollte die Digitalisierung als persönliche Chance begreifen, sich stärker mit den eigenen Fähigkeiten auseinander zu setzen. Aus meiner Erfahrung heraus, kann ich jeden Einzelnen nur ermutigen, wissbegierig und interessiert zu bleiben und stetig Neues zu lernen. Es ist anstrengend, aber es lohnt sich!

Diesen Beitrag schreibe ich zum Beispiel gerade bei Lounge Musik und mit dem Laptop auf dem Schoß um 5.30 Uhr Ortszeit in San Francisco. Weil ich das Thema extrem spannend finde und mir selber ausgesucht habe, in diesem Bereich zu arbeiten und darüber zu bloggen. Im Silicon Valley wird die Digitalisierung bereits mit offenen Armen empfangen. Ich würde mir wünschen, dass dies auch bei uns bald der Fall ist. Dass wir alle zusammen diesen anstrengenden Transformations-Prozess meistern, um uns ebenfalls gemeinsam über die vielen neuen Freiheiten zu freuen, die das Digitale Zeitalter für uns bereithält.

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3 thoughts

  1. Das ist wirklich eine tolle Idee mit der Blogparade zum Thema Digitalisierung! Ich werde die Beiträge auf jeden Fall verfolgen. Das Thema ist sehr spannend und gerade in aller Munde. Ich bin schon sehr gespannt auf die anderen Artikel zum Thema!

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