Die 3K-Strategie: Wachstumschancen für Startups, Industrie und Mittelstand (von Tobias Kollmann und Holger Schmidt)

Wir haben in den vergangenen Jahren den digitalen Wandel verschlafen und sind nun in einer Situation, in der ein einzelner Player zumindest im B2C-Bereich kaum noch im internationalen Wettbewerb bestehen kann. Für den B2B-Bereich ist der Markt allerdings noch offen. Wir brauchen daher einen nationalen Schulterschluss von allen Kräften in der deutschen Wirtschaft, um die Herausforderungen der Digitalen Transformation zu be­stehen. Hierfür müssen wir im Rahmen eines Masterplans für die Digitale Wirtschaft in Deutschland die digitale Wettbewerbsfähigkeit für die klassische Industrie und den Mittelstand in der Zukunft thematisieren, die digitale Innovationskraft über die Förderung von Startups für und in Deutschland unterstützen und die digitalen Sy­nergien zwischen den Geschäftsmodellen der klassischen Industrie und dem Mittelstand sowie den Startups aufzuzeigen.

Wir werden aktuell aus Deutschland heraus wohl kein Google oder Facebook aufbauen können. Unsere Chance liegt in der Verbindung von Startups (Innovation), Mittelstand (Investition) und Industrie (Marktzugang). Nur diese Kombination kann uns im digitalen Wettbewerb weiterhelfen, da wir in allen wesentlichen Rahmenbedingungen für die reine Entwicklung von Online-Startups im B2C-Bereich deutlich zurückliegen. Das bedeutet nicht, dass es nicht auch in diesem Bereich einen digitalen Weltmarkterfolg geben kann, aber von unserer wirtschaftlichen Substanz her gesehen müssen wir vor allem die vorhandene reale Wirtschaftskraft ins digitale Zeitalter führen. Eine Alternative gibt es nicht!

Köpfe, Kapital und Kooperation (3K), so lautet die notwendige Strategie für die Digitale Wirtschaft in Deutschland! Warum? Wir brauchen im Bereich der „Köpfe“ digitale Vorreiter als Denker, Macher und Unterstützer und damit einfach prinzipiell mehr Humankapital für die Digitale Wirtschaft in unserem Land. Dies gilt sowohl auf der Seite der Gründer (Entrepreneure) als auch bei den Fachkräften und Innovatoren (Intrapreneuren) in den Unternehmen. Wir brauchen hierzu eine starke und zielorientierte Aus- und eine duale sowie berufsbegleitende Weiterbildung für die Digitale Wirtschaft als Grundlage und zudem eine gezielte Zuführung von IT-Fach­kräften aus dem Ausland.

Wir brauchen digitale Wachstumschancen für Startups, Industrie und Mittelstand auf Basis von digitalen Geschäftsprozessen und -modellen. Dies erfordert insbesondere die Aktivierung des Bereiches „Kapital“, damit notwendige Investitionen innerhalb der Unternehmen getätigt werden können und Risikokapital für die Finanzierung von Startups zur Verfügung gestellt werden kann. Hierzu zählen zum einen der steuerliche Anreiz für betriebliche Investitionen in digitale Technologien über Sonderabschreibungsmöglichkeiten und zum anderen der Aufbau von Investitionsfonds für die Bereitstellung von Venture Capital für junge Unternehmen der Digitalen Wirtschaft. Dies ist gleich­zusetzen mit einer Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen für die Digitale Wirtschaft in Deutschland.

Wir brauchen im Bereich „Kooperation“ den Aufbau von digitalen Synergien zwischen den Offline- und Online-Ge­schäftsmodellen von Startups, Industrie und Mittelstand auf Basis von Vernetzung, Partnerschaften und Inkubatoren zwischen den handelnden Menschen und Institutionen. Dies bezieht sich auf den Aufbau und die Verstärkung von Netzwerken, Plattformen, Kooperations- und Kommu­ni­ka­tionsprogrammen sowie Hubs für die Verbindung und den Austausch von zugehörigen Akteuren von Startups, Mittelstand und Industrie.

Als zugehöriges DIGITALPARADIGMA für die Politik und zentrale Leitstrategie für die Wirtschaftspolitik kann festgehalten werden: Wir brauchen mehr Köpfe, Kapital und Kooperationen von, für und mit Start­ups, Mittelstand und Industrie für die Digitale Transformation in Deutschland.

Gesucht sind also im ersten Bereich Denker, Macher und Unterstützer auf allen Ebenen für digitale Themen, Innovationen und Unternehmen. Wir brauchen im zweiten Bereich eine höhere Aktivierung, Multiplizierung und Syndizierung von privatem, unternehmerischem und staatlichem Kapital als Investment in die Digitale Transformation von Geschäftsprozessen und -modellen. Im dritten Bereich brauchen wir eine stärke Vernetzung, Zusammenarbeit und Entwicklung von digitalen Innovationen im Schulterschluss von jungen Startups mit etablierten Unternehmen aus dem Mittelstand und der Industrie. Leider können wir für diese 3K-Strategie nicht auf einen Knopf drücken und die Umsetzung ist vollzogen, aber viele notwendige Maßnahmen sind bereits entwickelt worden. Es gilt diese nun umzusetzen! Wollen wir mehr Köpfe, Kapital und Kooperationen für die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland in Zukunft hervorbringen, müssen wir konkrete Maßnahmen umsetzen.

Der Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch „Deutschland 4.0 – Wie die Digitale Transformation gelingt“, von Tobias Kollmann und Holger Schmidt welches am 02.09.16 im Springer Verlag erscheint. Das Buch zeigt, wie Deutschland als führende Industrienation auch in der Digitalen Wirtschaft ein starker Player werden kann. www.deutschland40.digital

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