Erfahrungsbericht: Meine Newsletter-Kampagne

Die Blog-Beiträge der letzten Wochen waren geprägt von Interviews mit tollen Expertinnen, die uns wertvolle Tipps und Kniffe verraten haben. Heute bin ich selber mal wieder dran und werde Ihnen einen Einblick in die Arbeit hinter meinem Newsletter geben. Bei einem solchen Projekt gibt es hunderte verschiedene Wege zum Ziel. Dieser Beitrag ist also absolut subjektiv und ich freue mich auf Ihre eigenen Erfahrungsberichte und Kommentare!

 

News in Bleibuchstaben
Bild: Gina Sanders, Fotolia

 

Zugegeben, meine Website hatte zwar schon recht bald nach dem Start eine Newsletter-Anmelde-Funktion. Ich habe das Thema zu Beginn aber sträflich vernachlässigt, da mir andere Bereiche wichtiger waren. Nun ist es bei einem Newsletter nicht so, wie auf einer Social Media Seite, wo man Follower durch ein relativ simples „Gefällt mir“ gewinnt. Im Optimalfall melden sich die Empfänger selber an und müssen dann den Bestätigungs-Link in einer automatisch generierten E-Mail anklicken. Gerade um die ersten Abonnenten zu sammeln, bedarf es harter Arbeit. Zumal hier kein Online-Shop dahintersteckt, sondern der Newsletter über neue Blog-Beiträge, interessante Begegnungen der Woche und Projekte informiert.

Ich brauchte dringend Inspiration! … Okay, einen Ar***tritt – ich geb’s ja zu. Gefunden habe ich diesen in Form eines Webinars mit Marketing-Experte Brian Harris und seiner „The 10,000 Subscribers Challenge“. Ziel ist es, innerhalb von 30 Tagen zehntausend Newsletter Abonnenten zu gewinnen. Anmerkung: Für den deutschsprachigen Raum und ohne Marketing-Hilfe halte ich das für nahezu unmöglich. Von dem Webinar konnte ich dennoch profitieren. Die erste Aufgabe: Alle Kontakte anschreiben und nachfragen, ob ich sie auf die Empfängerliste setzen darf. Da „alle Kontakte“ auch Freunde und Bekannte beinhaltet, war der Anfang recht einfach. Etwas mehr Überwindung hat es mich gekostet, Fremde anzuschreiben, mit denen ich ausschließlich auf Business Netzwerken verlinkt bin.

Erstaunlich fand ich die Rücklaufquote zu meinen Anfragen. Grob geschätzt haben etwas mehr als 50 Prozent der Kontakte geantwortet und die meisten bekommen mittlerweile regelmäßig meinen Newsletter. Fünf Antworten waren negativ. Hauptsächlich, weil die Personen ihr E-Mail Postfach als mittlerweile so voller Spam empfinden, dass sie keine weiteren Newsletter abonnieren wollten – oder zumindest meinen nicht. Eine Antwort war so unverschämt und unfreundlich, dass ich den Kontakt – einen ehemaligen Kollegen – auch gleich aus meinem Netzwerk entfernt habe. Ganz abgesehen vom Newsletter-Thema ist das ein Rat, den ich jedem nur geben kann: Konstruktive Kritik ist etwas sehr wertvolles. Von Menschen, die Projekte nicht unterstützen und nur niedermachen, sollten Sie sich aber möglichst weit entfernen!

Die ersten 100 Abonnenten hatte ich mit Hilfe des Webinars und der daraus gewonnenen Motivation also recht schnell zusammen. Von 10.000 Abonnenten bin ich aber immer noch weit entfernt. Nach meinen weiteren Nachforschungen zu dem Thema, hat das vor allem mit den Faktoren Zeit und Geld zu tun. Wie alles im Social Media Bereich, braucht es eine Weile, bis man sich seine Basis an Followern, Fans und Abonnenten erarbeitet hat. Auch kann es nicht schaden, hier und da eine Anzeige zu schalten und Website-Besucher ganz konkret auf den Newsletter hinzuweisen. Mit letzterem habe ich bereits begonnen, wie Sie vielleicht bemerkt haben. Meine Newsletter-Abonnenten profitieren von gewissen Vorzügen, wie etwa Rabatt bei der Anmeldung zu meinen Seminaren und der kostenlosen Sicherheits-Checkliste, die ich Anfang Juli verschickt habe. Eintragen lohnt sich also!

Bei all den Recherchen hat sich gleichzeitig meine Sicht auf das Thema verändert. Vorher dachte ich immer, der Fokus liege vor allem auf der Betreff-Zeile sowie Inhalt und Design eines Newsletters. Heute weiß ich, wie viel wirklich dahinter steckt. Eine junge Unternehmerin aus Großbritannien berichtete letztens von ihren Anstrengungen eine Versandliste mit 100.000 Abonnenten aufzubauen. Der Zeit-Aufwand: etwas mehr als 3 Jahre. Das Budget: zwischen 500 und 1000 Pfund im Monat für Werbe-Anzeigen.

Eine entsprechende Anzeige kann dann zum Beispiel so aussehen, wie diese der ALDE-Fraktion im Europa-Parlament auf Facebook. Als Zielgruppe wurden ganz bewusst Nutzer gewählt, die der Seite der FDP folgen. So ist eine direkte Ansprache möglich. Klickt man auf die Anzeige, wird man direkt auf die Anmelde-Seite für den ALDE-Newsletter weitergeleitet.

ALDE_Newsletter

Egal, welchen Aufwand Sie betreiben. Nahezu alle Experten gehen davon aus, dass sich die Öffnungsrate eines Newsletters mit der Zeit knapp über 10 Prozent einpendelt. Es lohnt sich also eine genaue Abwägung von Kosten und Nutzen!

Kommen wir zum technischen Teil:

Wer es einfach mag, kann einen ersten Newsletter als E-Mail an viele Empfänger unter BCC senden. Der Nachteil ist ganz klar, dass Sie das Feedback Ihrer Empfänger beim Versand über das eigene Mail-Programm nicht verfolgen können. Diese Funktion gehört bei Anbietern von Mail-Kampagnen zur Grundausstattung. Hier der Link zu den Top 25 auf Zapier.com. Wie bei anderen Tools, sollten Sie auch hier vor allem auf die Bedienbarkeit achten. Wenn Sie den Editor nutzen möchten, sollte dieser Ihren Fähigkeiten entsprechen. Ich persönlich bin gar kein Freund von Editoren, sondern bevorzuge nachvollziehbaren Code. Daher gestalte ich meinen Newsletter als HTML-Datei in Dreamweaver, lade sie auf meinen Webspace hoch und von da aus in die Mail-Kampagne.

Denken Sie bereits bei der Planung daran, dass Ihre Newsletter-Kampagne höchst wahrscheinlich über mehrere Jahre laufen wird. Eventuell möchten Sie zwischendurch einmal den Versand-Anbieter wechseln. Der Empfänger soll dies aber nicht merken. Erst recht nicht durch einen Bruch im Design. Sowohl Ihre Mail-Vorlage als auch Ihre Kontaktliste sollten also so gestaltet sein, dass sie sich ohne großen Aufwand zu einem anderen Anbieter übertragen lassen. Nehmen Sie sich vor dem ersten Versand ruhig die Zeit, ein paar verschiedene Anbieter zu testen und daraufhin zu prüfen. Auch sollten Sie sich Gedanken über den Versandtag und den Zeitpunkt machen. Wann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich Ihre Zielgruppe einen Newsletter anschaut und im besten Fall die Links darin anklickt? Der Fokus liegt, meiner Erfahrung nach, vor allem auf dem ersten Link, den Sie Ihrem Leser anbieten. Hier ist die Wahrscheinlichkeit Klicks zu sammeln besonders hoch. Und dann geht es natürlich darum, Werbung für Ihren Newsletter zu machen, um die Versandliste stetig zu vergrößern. Wie zum Beispiel am Ende eines Textes:

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