Erfolgs-Faktor Business Netzwerk

Unsere Arbeitswelt hat sich gewandelt. Die Generation derer, die den Großteil ihres Lebens bei ein und demselben Arbeitgeber oder zumindest innerhalb einer Unternehmensgruppe verbringen, stirbt aus. Stattdessen zelebrieren Firmen mit ihren Mitarbeitern jedes weitere Jahr, das sie dem Unternehmen treu bleiben. Und investieren zunehmend Budget in Employer Branding (Positionierung des Unternehmens als guter Arbeitgeber). Gut für Arbeitnehmer. Und gut für die Business Netzwerke!

Dass auch andere Firmen an deren Potential glauben, zeigt die Presse-Meldung von Montag: Microsoft kauft Linkedin für 26 Mrd. US-Dollar. Das Netzwerk soll in Zukunft unter anderem mit Microsofts Office 365 Anwendung verknüpft werden, wie Techcrunch berichtet. Hier die Präsentation zur Übernahme. Was könnte überzeugender sein, sich Ihr eigenes Profil und das Ihrer Firma sowie die mittlerweile zahlreichen Funktionen einmal genauer anzuschauen?

 

Network Networking Communicate Cummunicatin Connection Concept
Bild: Rawpixel.com/ Fotolia.com

 

Linkedin

Gründung: 2003, USA / Nutzer: 430 Mio. (registriert)

Noch vor ein paar Jahren hieß es, in der deutschen Linkedin Community würde man nur die kreativen Freelancer auf der Suche nach Kontakten und neuen Aufträgen finden. Mittlerweile hat sich die Nutzergruppe drastisch erweitert. Die einzige Gemeinsamkeit, die sich bei den aktuellen deutschsprachigen Nutzern feststellen lässt: ein internationales Business Modell, oder zumindest Interesse an einer internationalen Community.

An Linkedin kommt man allein schon aufgrund der Größe nicht vorbei. 430 Mio. Mitglieder sind einfach ein riesiger Markt. Wer auf der Suche nach Mitarbeitern oder einem neuem Job im In- oder Ausland ist, sollte sein Linkedin-Profil dafür einsetzen. Anleitungen, wie sich mit einem ansprechenden Profil die Aufmerksamkeit der Recruiter wecken lässt, gibt es viele. Unter anderem auf Karrierebibel.de. Über das perfekte Firmenprofil haben sich die Staffxperts Gedanken gemacht.

Xing

Gründung: 2003, Deutschland / Nutzer: 10 Mio. (registriert)

Sie machen Ihre Geschäfte vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz? Dann sind Sie ein Kandidat für ein Xing-Profil! In meinem Bekanntenkreis geht der Trend zu zwei Accounts, eben wegen der unterschiedlichen Zielgruppen. Ehemalige Kollegen aus der Start up- und Finanz-Branche finde ich fast alle bei Linkedin. Mittelständler und Kontakte, die vorwiegend auf Deutsch arbeiten, auf Xing. Beide Profile lohnen sich also und bringen einen Mehrwert an Kommunikation und Möglichkeiten. Sie wollen aber auch beide gepflegt werden. Hier geht es zu den Karrierebibel-Tipps für das optimale Xing-Profil. Xing-Experte Joachim Rumohr hat 16 Tipps für das Firmenprofil in einem Blog-Beitrag zusammen gefasst.

Womit anfangen?

Überlegen Sie, für welche der beiden Zielgruppen ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung interessant ist. Nachdem Sie sich für ein oder beide Netzwerk/e entschieden haben, stellt sich die Frage: Was wollen Sie und Ihre Firma mit Ihrer Präsenz bezwecken?

Die Top 3:

1.) Kontakte verwalten

2.) Sich selber und/ oder seine Firma und sein Produkt darstellen

3.) Arbeitsplatzwechsel/ Recruiting

Stellen Sie Überlegungen zu allen 3 Punkten an, wenn Sie Ihr Profil einrichten oder überarbeiten. Und schauen Sie ruhig regelmäßig auf den Seiten vorbei. So sind Sie stets informiert, was Ihre Kontakte beschäftigt und können Ihr Profil entsprechend spezifizieren. Auch schadet es nicht, in Gruppen aktiv zu sein und Beiträge zu kommentieren, um auf sich aufmerksam zu machen.

Ähnlich und doch verschieden

Die Grundlegende Idee ist bei beiden Plattformen die gleiche: Social Networks für Business Kontakte. In den letzten Jahren haben sich beide Seiten – auch durch Zukäufe – aber recht unterschiedlich entwickelt.

Hier der Versuch eines vergleichenden Überblicks:

Eigenes Profil & Firmen-Darstellung

Diese Basis-Funktionen sind bei Linkedin und Xing recht ähnlich. Nutzer können ein Profil mit Foto und Stationen ihres Arbeitslebens anlegen. Wer sich erst einmal im Hintergrund halten möchte, sollte Wert auf ein professionelles Foto legen und dann die letzte Ausbildungs-Station sowie die zwei oder drei letzten beruflichen Stationen angeben.  Auch aktuelle Kontaktdaten sind wichtig, wenn Sie erreicht werden möchten.

Firmen können sich auf einer speziellen Unternehmensseite darstellen, die Mitarbeiter wiederum in ihr Profil einbinden können, bei der Angabe ihres Arbeitgebers. Privatpersonen eröffnet sich so unter anderem die Möglichkeit, Kontakte über gemeinsame (ehemalige) Arbeitgeber zu finden – und über Kontakte einen neuen Job. Firmen schaffen sich über die Unternehmensseite eine eigene Community, die wiederum für  Recruiting genutzt werden kann. Achten Sie darauf, dass Sie bereits beim Einrichten der Seite das Firmenlogo als Grafik in guter Qualität und eine entsprechende Firmenbeschreibung vorliegen haben!

Nun gilt es, andere Nutzer auf Ihre Firmenseite aufmerksam zu machen. Bei Linkedin können Sie als Firma Beiträge mitteilen und so auf der Startseite der Ihnen folgenden Nutzer erscheinen. Persönlichkeiten wie Richard Branson oder Ariane Huffington schreiben als sogenannte Influencer kleine Blog-Beiträge. Auf Auch diesen Seiten können Nutzer folgen. Auf Xing greifen viele Unternehmen zu einem Workaround und erstellen eine eigene Gruppe, um Interessierte besser zu erreichen. Einzelne Experten kommen im Magazin-Format Klartext zu Wort und erreichen so eine breite Masse an Nutzern. Hier wird die Firmenseite außerdem mit den Informationen von Kununu verknüpft. Die Website mit Arbeitgeber-Bewertungen hat Xing 2013 übernommen. Wer sie aktiv nutzen möchte, um die Reputation seines Unternehmens zu beeinflussen, zahlt extra.

Daher macht es durchaus Sinn, die Mitarbeiter auch während der Arbeitszeit auf die Plattformen zu lassen und die Interaktion zu fördern. Nicht nur, um neue Kundengruppen zu erschließen, sondern auch um dem Auftritt des Arbeitgebers Glaubwürdigkeit zu verleihen. Auch legen Firmen immer häufiger Wert auf den gemeinsamen Auftritt, etwa durch ähnliche Profilfotos für alle Mitarbeiter. So ein Shooting ist schnell organisiert und sie können die Bilder nicht nur online, sondern auch für Marketing-Materialien nutzen. Zudem hat Linkedin 2012 Slideshare übernommen. Die Präsentationen lassen sich als kleine Fenster zum Profil hinzufügen. Ein schönes interaktives Add-on. Aber bitte nicht zu viele Slides!

Recruiting

Um erfolgreich potentielle neue Mitarbeiter zu erreichen, brauchen Sie nicht einmal unbedingt ein Firmenprofil. Ein Kollege mit Premium-Accounts kann schon ausreichen. Sobald man für die Nutzung bezahlt, werden Einschränkung bei Suche und Nachrichten-Funktionen zum Teil aufgehoben. So können Sie Kandidaten per Nachricht auf Ihr Job-Angebot aufmerksam machen. Halten Sie den Inhalt nicht zu allgemein. Neben einer kurzen Firmen-Darstellung sollte die persönliche Ansprache, evtl. mit Bezug aufs Profil, nicht fehlen. Aber Vorsicht! Die Anzahl der Nachrichten ist auch bei Premium-Accounts begrenzt.

Viel lieber ist sowohl Xing als auch Linkedin, wenn Sie zu diesem Zweck kostenpflichtige Services nutzen. Linkedin hat eine ganze Microsite zum Thema Social Recruiting erstellt. Bei Xing läuft das Ganze unter dem Oberbegriff E-Recruiting.

Gruppen & Events

Vor allem bei Xing werden Gruppen und somit die Interaktivität im Netzwerk gefördert. Sogenannte Xing Ambassadors dürfen offizielle Gruppen zu bestimmten Business Themen oder für ihre eigenen Vereine erstellen. Häufig sind diese dann wiederum mit Xing Events verknüpft. Hierbei nutzt Xing die Funktionen der Event-Organisation und Ticket-Website amiando, die das Netzwerk 2011 gekauft hat. Linkedin hat seine Events-Funktion Ende 2012 offline genommen.

Eine Gruppe stellt eine gute Möglichkeit dar, die Community um die eigene Firma auszubauen. Bevor Sie eine gründen, schauen Sie sich ein wenig um und beobachten Sie, welche Gruppen erfolgreich sind und viele Mitglieder haben. Meist sind es die, deren Administratoren stetig für Interaktion und neuen Content sorgen. Sie dürfen den Zeit-Faktor nicht vergessen!

Lynda & Coaches

Die  Selbstlern-Plattform Lynda hat Linkedin 2015 gekauft. Ende 2015 hat auch Xing sein Angebot um Xing Coaches erweitert. Beide Netzwerke versuchen so, sich vom immer größer werdenden Markt für berufliche Weiterbildung eine Scheibe abzuschneiden. Wer als Berater und Coach tätig ist, kann sich zusätzlich zu seinem Xing-Profil noch ein Coach-Profil erstellen.

Für welches Netzwerk Sie sich auch entscheiden: Eine ordentliche Firmenseite in einem Business Netzwerk ist eine Investition. Seien Sie sich bewusst, dass Sie nicht nur am Anfang Zeit und Geld investieren müssen, sondern sie auch dauerhaft pflegen müssen! Jemand aus Ihrem Unternehmen sollte einen Überblick über die Aktivitäten und Kommentare haben. In manchen Firmen gibt es sogar konkrete Richtlinien für Mitarbeiter zum Umgang mit Business Netzwerken.

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