Social Media: Freizeit-Spaß und Marketing-Gold

Die sozialen Medien haben den Marketing Markt in den letzten Jahren ganz schön umgekrempelt. Es gibt kaum mehr einen Menschen unter 50 Jahren, der sich nicht zumindest eine der Plattformen einmal angeschaut und sich wahrscheinlich auch angemeldet hat. Immer mehr verschmilzt durch die zahlreichen Angebote die private mit der Business Welt. Eine enorme Chance für Firmen, sich rundum zu positionieren und den Kunden in allen Lebenslagen zu erreichen. Selbst, wenn das Dienst-Handy und der Bürorechner ausgeschaltet sind. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit des direkten Kunden-Feedbacks und der Interaktion mit anderen Kunden. Das macht Social Media interessant für Firmen quer durch alle Branchen. Denn es kommt nicht auf das Produkt an, sondern auf den Auftritt!

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Bild: ethority.de

Ein kompletter Social Media Überblick wäre wahrscheinlich ein Thema für mein zweites E-Book (das erste zu Digitalisierungs-Strategien für KMUs erscheint bald!). Neben den einzelnen Plattformen gibt es auch unzählige Möglichkeiten, diese miteinander zu verlinken und über zusätzliche Tools zu verwalten. Heute möchte ich jedoch erst mal einmal einen kleinen Einblick in die Social Media Welt geben, Beiträge zu Business Netzwerken, Blogs, YouTube und SEO werden folgen. Doch zunächst ein Schnelldurchlauf. Also schnallen Sie sich an!

 

Facebook

Gründung: 2004, USA / Nutzer: 1,65 Mrd.*

Sehen und gesehen werden ist hier die Devise! Die Grundidee: ein digitales Jahrbuch. Mittlerweile mit Usern fast überall auf der Welt (China wird gerade erst auch offiziell erobert; manche Nutzer bevorzugen lokale Netzwerke. In Teilen der ehemaligen Sowjet-Staaten ist z.B. vKontakte populärer). Jeder kann sich ein Profil anlegen, auch für sein Unternehmen – das ist dann eine Seite, die wiederum andere User liken („Gefällt mir“ klicken) und ihr folgen können. Beiträge der Seite werden in der Timeline, der jeweiligen Startseite des Followers, angezeigt. Zudem können Beiträge kommentiert und mit den eigenen Facebook-Freunden geteilt werden. Im besten Fall verbreitet sich ein gut gemachter Beitrag – auch mit Werbe-Inhalt – so rasant schnell über das gesamte Netzwerk.

Seit ein paar Jahren wird rege diskutiert, welche Zielgruppen sich über Facebook noch erreichen lässt. Deckte die Plattform zu Beginn die komplett werbe-relevanten Altersgruppen vom Teenager bis zu den Ende 40-Jährigen ab, nutzen vor allem Teenager heute bevorzugt andere Netzwerke – häufig zusätzlich. Hier ein interessantes Interview der Werben und Verkaufen dazu.

Bei Facebook gibt es mehrere Möglichkeiten für Werbe-Anzeigen. Entweder Anzeigen, die am Rand bei Nutzern der vorher festgelegten Zielgruppe erscheinen. Beliebter ist aber das bewerben von Beiträgen. Diese erscheinen zwischen allen anderen Beiträgen in der Timeline und werden klein als „gesponsort“ gekennzeichnet. Wer beides einmal ausprobieren möchte, hier werden Sie durch die Funktionen geleitet. Werbung wird vorab von Facebook geprüft. Also immer ein bisschen Vorlauf-Zeit einplanen!
Mit Facebook starten:

1.) Eigenen Account anlegen & Seite erstellen: Sie benötigen für beides eine Grafik für das Profilbild und eine für das Hintergrundbild

2.) Ersten Beitrag posten: Entweder eigenen Content oder einen Beitrag einer anderen Seite teilen. Achten Sie darauf, dass auch hier ein Foto oder Video mit dabei ist, da reine Textbeiträge in der Chronik der Follower häufig untergehen

3.) Freunde einladen, die Seite mit „Gefällt mir“ zu markieren und Werbung schalten: Beitrag bewerben oder Werbeanzeige erstellen, Budget und Zielgruppe festlegen und Informationen zur Reichweite erhalten

FB Post


Twitter

Gründung: 2006, USA / Nutzer: 320 Mio.*

Der Kurznachrichtendienst (Tweets sind auf 140 Zeichen begrenzt) macht mittlerweile häufig von sich reden, weil er Nachrichten aus aller Welt extrem zeitnah, kurz und bündig verbreitet. Unter einem Hashtag (Raute-Zeichen + Wort) werden zudem alle Nachrichten zu einem Thema gesammelt, was dem User neben den einzelnen Kurznachrichten weitere Informationen und Meinungen zugänglich macht. Da kommen klassische Medien nicht hinterher. Zudem treiben sich auf Twitter viele Politik- und Technik-Affine User herum. Aber auch Personen des öffentlichen Lebens und Prominente. Insgesamt gefühlt eine etwas erwachsenere Community als auf anderen Plattformen.

Ein Twitter Account lebt von Aktualität und den entsprechenden Hashtags. Sie gewinnen also viel, wenn Sie Tweets anderer User retweeten und so eine Themen-Auswahl für Ihre Follower schaffen. Außerdem können Sie auch hier über Links externen Content einbinden. Achten Sie darauf, den Link vorher zu kürzen (z.B. auf ow.ly)!

Werbe-Anzeigen erscheinen bei Twitter zwischen den übrigen Tweets in der Timeline und sind als „Promoted“ gekennzeichnet. Gerade neuere Accounts werden aber nicht ohne Weiteres von Twitter freigeschaltet, um Werbe-Anzeigen zu schalten. Häufig muss erst beim Support ein Hilfe-Ticket erstellt werden. Danach funktioniert es dann ähnlich wie bei Facebook. Die Funktion, einzelne Beiträge zu bewerben, heißt bei Twitter „Quick Promote“. Hier ein Twitter Blog Post – extra für werbewillige KMUs.

Mit Twitter starten:

1.) Account anlegen: Auch hier empfiehlt sich ein Profil- und ein Hintergrundbild / Schauen Sie sich einmal an, wie es die Großen machen (Microsoft, IBM, Adobe): 1 Twitter-Account pro Produkt

2.) Ersten Tweet posten: Hashtags und Grafik/ Video nicht vergessen!

3.) Anderen Usern folgen und deren Tweets retweeten, um das Netzwerk zu erweitern

Twitter

 

Instagram

Gründung: 2010, gehört mittlerweile zu Facebook, USA / Nutzer: 400 Mio.*

Bei Instagram dreht sich alles um Fotos und kleine Videos. Während Sie Ihre Beiträge bei Facebook und Twitter problemlos auch mit Stockfotos, also gekauften Bildern, hervorheben können (etwa von Fotolia, iStockphoto oder 123rf / Lizenz beachten und Urheber angeben!), ist das bei Instagram tödlich! Hier geht es um authentische Fotos, visuelle Trends und Coolness. Nicht umsonst sind hier das Selfie (ein Foto, das man mit dem eigenen Smartphone von sich selber macht) und die weltweite Fitness Community Zuhause. Außerdem wird gemunkelt, dass sich hier die um die 20 Jährigen tummeln, die auf Facebook nicht mehr ganz so aktiv sind. Firmen mit visuell ansprechenden Produkten sollten also nicht fehlen!

Werbeanzeigen für Instagram werden über das Facebook Werbe-Tool geschaltet und verwaltet. Fragen und Antworten dazu finden Sie hier. Wer Aufmerksamkeit für sein Produkt sucht, verfährt aber anders: Neben den einschlägigen A bis Z Promis, hat Instagram mittlerweile seine eigene Elite. Nutzer mit einigen hundert tausenden Followern machen bezahlte Werbung für Produkte, indem sie diese in ihre Instagram-Fotos einbringen. Bezahlt wird oft pro Foto. Wer mehr Zeit und Geld investieren möchte, kann auch einen Instagram-Profil für seine Firma oder sein Produkt erstellen. Beachten Sie hierbei die Folgekosten. Mit ein paar Bildern aus dem Büro-Alltag ist es nicht getan. Sie müssen ansprechende Bilder produzieren. Bei Instagram steht schließlich die Optik im Mittelpunkt!

Mit Instagram starten:

1.) App runterladen, anmelden und anderen Nutzern folgen

2.) Foto machen, nach Belieben Instagram-Filter drüber legen und posten

3.) Werbeanzeigen schalten (Fotos bereit halten) oder Nutzer suchen, die zum eigenen Produkt passen und von einer Kooperation überzeugen

Eins meiner Lieblings-Profile auf Instagram:

 

Snapchat

Gründung: 2011, USA / Nutzer: 100 Mio.**

Geht man auf die Spurensuche der jüngeren Nutzer, die ihre Aktivität bei Facebook in letzter Zeit merklich heruntergefahren haben, findet man sie garantiert bei Snapchat. Das Netzwerk mit dem Gespenst im Logo erlebt gerade einen Mega-Hype – auch als Marketing-Instrument. Vor allem, weil die Funktionen dem Zeitgeist der heutigen Teens und Twens entsprechen: Schnell mal eben ein Foto oder kurzes Video mit Freunden teilen und sofort auf dem gleichen Weg Feedback bekommen. Zudem verfallen Beiträge – Snaps – nach maximal 24 Stunden. Sie können allerdings über Screenshots und Aufnahme konserviert werden, was zwischen Jugendlichen schon mal für Ärger sorgt. Nein, Sie möchten keine genauen Informationen zu den Inhalten!

Anders als bei anderen Netzwerken, kann man sich hier als Firma nicht erst einmal vornehm im Hintergrund halten. Aktivität ist gefragt: Selfies, Fotos oder Videos posten und diese zu Stories zusammen fassen (Das kann dann so aussehen). Sie sollten sich also vorher Gedanken machen, WAS Ihre Firme präsentieren möchte und WER diese Aufgabe übernehmen soll! Derjenige sollte fotogen sein und ein wenig Selbstironie mitbringen. Anders als bei Instagram geht es hier ums Spaß haben und nicht um den schönen Schein.

Die Absatzwirtschaft erklärt Snapchat für Firmen am Beispiel von Sixt. Personenmarken wie Kylie Jenner und der Rest des Kardashian-Clans nutzen Snapchat allerdings komplett anders. Hier hat der Auftritt eher etwas von Mini Reality TV Formaten. Wer nicht einfach ausprobieren möchte, kann sich zunächst durch das recht umfangreiche Snapchat Handbuch arbeiten. Aber damit haben Sie sich dann auch gleich als Oldie geoutet. Laden Sie die App einfach mal runter, posten Sie zunächst ein Foto und schauen Sie sich um. Hier ist erfolgreich, wer spontan aktiv ist!

Mit Snapchat starten:

1.) App runterladen & anmelden und Freunde einladen

2.) Vor die Kamera! Fotos und Videos erstellen, bearbeiten, mit Stickern versehen und posten

3.) Umschauen, weitere Snaps posten, Follower gewinnen, Spaß haben!

Kardashians auf Snapchat – geteilt bei Instagram:

kardashians

Egal auf welcher Plattform Sie starten, machen Sie sich bewusst, dass nur ein glaubwürdiger Auftritt gut ankommt. Ja, Sie werden auch negative Kommentare zu Ihren Produkten oder Dienstleistungen bekommen. Aber auch damit müssen Sie umgehen. Und auf keinen Fall löschen, was Ihnen nicht gefällt! Dann ist der Shitstorm (sehr viele negative Beiträge auf Ihrem Profil) vorprogrammiert. Nehmen Sie sich – ausnahmsweise – ein Beispiel an der BVG:

FB BVG Troll

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